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23.04.2012 

 

 

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Hans-Dieter Lührmann: Asnide
 

 

Inhalt

Spannend veranschaulicht der Autor in zehn lebensnahen Erzählungen über dreizehn Jahrhunderte hinweg die Geschichte der Stadt Essen.
Die Titelfigur Asnide erlebt und erleidet die Folgen des Handelns der Mächtigen als Leibeigene um 735, als Bäuerin im 13. Jahrhundert, als Waise im dreißigjährigen Krieg, als Bergmannstochter im 19. Jahrhundert, als Jüdin im Dritten Reich, als Verkäuferin in der heutigen Großstadt.
Dabei wird deutlich, dass nicht nur das Gewaltige und Große, sondern vor allem das Unscheinbare und Schlichte, das Erdulden und Hoffen auf eine bessere Zukunft den Fortgang der Geschichte gewährleistet und damit die Grundlage für unser heutiges Leben darstellt.

Weitere Veröffentlichungen bei TRIGA - Der Verlag:
Zwölf verlorene Jahre. Die Jugend des Harald Haenchen während des Dritten Reiches in Essen.

 

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Autorenporträt
 

 

Hans-Dieter Lührmann

Hans-Dieter Lührmann wurde 1935 in Essen geboren. Er studierte Theologie und war fünfunddreißig Jahre lang als Pfarrer in Neukirchen-Vluyn, Wuppertal-Barmen und Cochem/Mosel tätig.
Seit 1997 ist er im Ruhestand und lebt in Norddeutschland.
Bereits seit seiner Jugend beschäftigt er sich damit, dem Geheimnis des genius loci der Stadt Essen und des Ruhrgebietes auf die Spur zu kommen.

 

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Presseinfo

Die zehn Geschichte spiegeln die Historie einer Stadt, die - obwohl sechstgrößte Deutschlands und eine sehr alte dazu - nie eine besondere Bedeutung erlangt hat (und wenn, dann nur eine höchst fragwürdige, nämlich: Kanonen, Krupp, Kohlenpott-Metropole):

Das legt die Frage nach dem Warum nahe. Und die Antwort: Die in ihrer Geschichte angelegte Bedeutungslosigkeit der Stadt ist gerade das Bedeutende an ihr. Das klingt dialektisch oder gar sophistisch, wird aber durch die Geschichten deutlich und spannend veranschaulicht.

Die Stadt ist vor der Industrialisierung tausend Jahre lang von einer Frau - der Fürstäbtissin - regiert worden. Das hat sich niedergeschlagen. Dementsprechend ist Asnide - eine Frau - immer wiederkehrende Titelfigur in den Geschichten. Eine Frau und nicht etwa ein harter Bergmann, erst recht nicht ein strahlender Prinz, ein gewaltiger Eroberer, ein tragischer Held und auch nicht ein tatkräfitiger Industrieller! Nicht Krupp ist Repräsentant der Stadt und der Region, sondern die unscheinbare Asnide. Krupp ist nur einer der fremden Herren, unter denen Asnide ihre Geschichte erleidet. Die Frau/das Mädchen Asnide kommt in den historischen Dokumenten nicht vor, denn dort ist von den jeweils Großen die Rede. Man entdeckt Asnide erst, wenn man, angeregt durch die Dokumente, nach ihr fragt. Sie spielt in der Geschichte und in den Geschichten nur mit, indem ihr mitgespielt wird. Sie strebt zwar ständig nach Befreiung und Emanzipation. Außer der Hoffnung, dem Bleiben und Warten gelingt ihr wenig, nicht einmal tragische Größe. Aber gerade das ist ihre Stärke und ihre Bedeutung: Der für das Ruhrgebiet typische unscheinbare, durch Kleinigkeiten und Alltäglichkeiten geschundene Mensch, der mit seinen Hoffnungen und Sehnsüchten oftmals scheitert, lässt diese erstaunlicherweise nicht fahren, sondern nimmt das auferlegte Schicksal an. Sein Aufbegehren bleibt eingebunden in die gegebenen Verhältnisse: Fortschritt und Beharrung in einem! Obwohl er unter den fremden Herren zu zerbrechen droht, bleibt er, schmeißt die Brocken nicht hin, steigt nicht aus. Asnides einfache, schlichte Art ist ihre Stärke. Durch ihr Bleiben und Erleiden ermöglicht sie den Fortgang der Geschichte und gewährleistet das Bestehen der Stadt. Nicht das Große und Gewaltige ist das Wahre, sondern das Unscheinbare und Schlichte. Darüber hinaus macht sie etwas Grundsätzliches deutlich: Nicht nur das Abstreifen fremder und der Gewinn eigener Herrschaft bilden ein sinnvolles Ziel für menschliches Handeln, sondern auch das Warten auf einen kommenden, freundlichen Herrn; wobei offengehalten (oder nur angedeutet) ist, wer das ist oder sein könnte, und ob und wann er kommt. Aber dieses Warten ist nicht konservatives Rückwärtsschauen, sondern im Gegenteil ein Bereitsein für die Zukunft, eben: “Bleiben”.

Die Geschichten sind historisch recherchiert, sind aber an keiner Stelle rein historisch. Der Autor hat sich vielmehr in die Historie der Stadt vertieft, um nachempfinden zu können, wie die Menschen gelebt haben, über die die Geschichtsschreibung hinweggegangen ist. Aus diesem Nachempfinden erzählt er für uns Heutige ihre Erlebnisse. Es ist wichtig zu wissen, was sie erlebt haben, denn ihr Ergehen damals ist eine der Grundlagen für unser Leben heute.

Die Geschichten spielen in Essen; aber sie beweisen aus sich, dass sie nicht aus Lokalpatriotismus verfasst worden sind, obwohl sie sehr wohl als kritische und nicht immer schmeichelhafte Liebeserklärung an Essen und an das Ruhrgebiet gemeint sind, sondern weil das, was dort geschehen ist, exemplarisch für menschliches Leben ist.
Vielleicht kann “Asnide” auch einen Beitrag zu dem immer wieder geforderten neuen Image für das Ruhrgebiet leisten. Freilich muss damit gerechnet werden, daß manchem dieser Beitrag nicht gefällt, weil ja nicht der Hinweis auf die doch auch vorhandenen schönen Sehen des Ruhrgebiets (Baldeneysee, Gruga usw.) gegen die in der Tat klischeehafte Dominanz von Kohle, Krupp und Stahl gestellt wird, sondern das “Bleiben” der Menschen, die ihr Erleben - hier vielleicht in höherem Maß als andernorts - als Erleiden erfahren, wenn es auch nur alltägliches Leid ist, das sie zermürbt.

 

 

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Pressestimmen

Ruhr Wort, 17.08.2002

Buch-Tipp
... So hat Lührmann, evangelischer Pastor, zehn Geschichten einer jungen Frau mit dem heimattypischen Namen Asnide in einem schmalen Bändchen zusammengetragen, das phantasievoll die großen geschichtlichen Epochen der Stadt an der Ruhr ausmalt. Sein Buch erinnert den Leser daran, dass unsere Städte eine Geschichte haben, die weiter reicht als unsere persönlichen Erinnerungen.
 

WAZ vom 17.7.02:

...Die Idee des Autors ist bestechend. Er schildert Geschichte nicht aus der Sicht der Herrschenden oder Reichen, er sieht sie aus dem Blickwinkel einer Frau und schildert deren Schicksale in den verschiedenen Epochen
 

Rhein-Zeitung, Mittwoch, 12. Juni 2002:

... Zehn spannende Erzählungen lassen zehn Perioden der Stadtgeschichte wieder aufleben und werden aus der Perspektive von Asnide, der im Verlauf der Zeit wechselnden Titelgestalt, betrachtet.
 

Zevener Zeitung, 19. Januar 2002:

... „Mir geht es nicht ausschließlich um die Historie, mir geht es viel mehr um die Geschichten.“ Und die hat der gebürtige Essener in einer erfrischenden sprachlichen Vielfalt nieder geschrieben. Man findet keine gestelzten Satzbauten, kein Wissenschaftsdeutsch dessen Interpretation es einen Duden bedürfte. Ganz im Gegenteil. Manchmal sogar kommt die Sprache stakkatohaft daher, telegrammstilartig, wie so oft in den Romanen von Max Frisch.

 

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