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Leseprobe (Buchseite 41, 69)
Die kostbare Stunde Wenn zart das Lied der Amsel durch den Abend schwingt, im Strahlengold die Sonn’ am Horizont versinkt, wenn eifrig schon die Grillen geigen als spielten sie zum Elfenreigen, dann müssen all die Laute schweigen, die uns durch unsern Alltag heut begleitet haben. Dann darf sich deine Seele endlich laben an jener Stille, kurz bevor die Nacht beginnt und alle Hast des Tages sanft verrinnt.
Blass zeigt am Himmel sich der erste Stern, obwohl dir scheint, die Nacht sei noch unsagbar fern. Ach ließe doch die Uhr die Zeiger steh’n! Du willst sie halten, sie scheint dir besonders schön; sie ist so kostbar, diese Stunde zwischen Tag und Nacht und gar so schnell zerronnen, eh du es gedacht. Doch denk’ dran, dass der nächste Tag sie wiederbringt, die Stunde, wenn das Lied der Amsel durch den Abend schwingt.
November November, stürmischer Gesell, du kommst uns allen viel zu schnell, nimmst mit dir unsern Sommertraum und auch das letzte Blatt vom Baum.
Der Igel streicht jetzt durchs Revier und sucht sich sein Winterquartier. Die Vogelstimmen sind verstummt und nirgends mehr ein Bienchen summt.
Doch wenn ich es so recht bedenk’, so bringst du uns auch manch’ Geschenk. Das knisternd Feuer im Kamin, die Düfte, die durchs Haus nun ziehn, wenn Bratäpfel im Ofen garen, die immer schon so köstlich waren.
Wer freute sich nicht wie ein Kind, wenn draußen grau der Regen rinnt, aufs Heimkommen ins warme Haus und zu zieh’n die nassen Stiefel aus!
November lässt den Regen fließen und uns recht unser Heim genießen. Und – auch wenn es erst nicht so scheint – bist irgendwie du doch ein Freund!
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