Nie warst du von so reiner Schönheit von so sanfter Zartheit als in dem Augenblick da du dich ganz geöffnet. Nie warst du von dieser Leichtigkeit von diesem hinreißenden Zauber. Nie sah ich dich schöner wusste ich dich vollkommener als in dem Augenblick da du dich ganz entfaltet und die Zartheit deiner Farbe die Anmut deiner Gestalt und die Köstlichkeit deines Duftes meine Seele umfing.
Luise Söhle wurde 1939 in Hannover geboren. Nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule in Braunschweig war sie von 1963 bis 1967 als Lehrerin in Oldenburg und Hannover tätig. In einem zweiten Studium in Hannover und Göttingen studierte sie Germanistik, Literaturwissenschaft und Pädagogik. Von 1969 bis 2001 war sie im Schuldienst des Landes Niedersachsen in Laatzen tätig, wo sie seither lebt. Ihre literarischen Arbeitsgebiete sind Lyrik und Kurzprosa. Veröffentlichungen: Gedichte und Prosatexte in den 80er Jahren in verschiedenen Anthologien, einen Lyrikband »Imaginationen« 1980 und einen weiteren Gedichtband »Stein und Gedanke« 2003.
HAZ - Leine Nachrichten, 15. Juni 2007: Stets bedient sich Söhle dabei einer klaren Sprache mit einer sparsam, aber immer präzise eingesetzten Metaphorik.
Laatzener Woche, 07. Februar 2007: In „andernorts“ präsentieren Texte wie „Wieder ein Frühling“ oder „Sommer in der Stadt“ die Jahreszeiten, Natur und die Umwelt. „Dabei geht es nicht um die Naturbeschreibung“, betont die Autorin, „sondern vielmehr um die Stimmung des Sprechers, der über Zeit und Vergänglichkeit, über die Beziehung von Mensch und Umwelt meditiert.