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Leseprobe (Buchseite 50, 81-83)
Marillenblüten, von Männerhänden gepflückt, in Frauenhaaren.
Nachts unter Blüten, Marille oder Pflaume? Der Frühling macht wirr.
Der Kirschbaum voll Reif; verlassen die Baustelle mit dem Amselnest.
Frische Kirschblüte, nach nur wenigen Stunden vom Nachtfrost verbrannt.
Nordsturm im April: Schneeflocken und Kirschblüten tanzen gemeinsam.
Zwei Amseln streiten. Dem Wurm ist es gleichgültig, wer ihn letztlich frisst.
Dunkles Haar flattert im Wind – ruhig hingegen die großen Augen.
Die Mandelaugen leuchten wie tausend Kerzen. Da küsst wer den Mund.
Die Wimpernschläge, gleich lang bei ihr und bei ihm. Wer glaubt an Zufall.
So manche E-Mail liest sich schöner ausgedruckt und auch im Mondschein.
Zärtliche Blicke zum sanften Druck der Hände. Wozu noch reden.
Der Augenaufschlag, er zeigt Anmut und Klugheit zu gleichen Teilen.
Spiegelglattes Meer. Und inmitten der Bläue das Pupillenschiff.
Heut wird die Rose vom Wind gar so stark geküsst. So fällt auch ihr Kleid.
Offenes Fenster. Ein Frosch quakt sein Liebeslied zu Discomusik.
Gereifter Sommer. Die Luft flimmert nicht mehr so und das Herz auch nicht.
Auf der Ofenbank sanft eine Hand berühren, bringt zweifach Wärme.
Wie angespannt sind die Saiten des Klavieres, wie gelöst der Klang.
Das Saxophon lockt gleich mit seinen Herztönen, und so tanzt du mit.
Gershwinrhapsodie dringt bis in den Garten vor. Buschröschen tanzen.
Zwei Rosenblüten, Geisha wie auch Samurai, aus nur einem Stamm.
Laut schreit die Elster, als ob sie meinen Trauring gefunden hätte.
Ohrenbetäubend der Lärm der Großstadt, dennoch tief drin ist Stille.
Gehen und denken, gehen, denken und sprechen ... ... im gleichen Rhythmus.
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