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26.04.2013 

 

 

 TRIGA - Der Verlag Gerlinde Heß

TRIGA-Bestseller: J. W. Günther berichtet als Zeitzeuge in der ZDF-Dokumentation zum Spielfilm "Unsere Mütter - Unsere Väter"  

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Kurt F. Svatek: Des Mondes Silbergarten

 

Leseprobe (Buchseite 50, 81-83)


Marillenblüten,
von Männerhänden gepflückt,
in Frauenhaaren.


Nachts unter Blüten,
Marille oder Pflaume?
Der Frühling macht wirr.


Der Kirschbaum voll Reif;
verlassen die Baustelle
mit dem Amselnest.


Frische Kirschblüte,
nach nur wenigen Stunden
vom Nachtfrost verbrannt.


Nordsturm im April:
Schneeflocken und Kirschblüten
tanzen gemeinsam.


Zwei Amseln streiten.
Dem Wurm ist es gleichgültig,
wer ihn letztlich frisst.


Dunkles Haar flattert
im Wind –  ruhig hingegen
die großen Augen.


Die Mandelaugen
leuchten wie tausend Kerzen.
Da küsst wer den Mund.


Die Wimpernschläge,
gleich lang bei ihr und bei ihm.
Wer glaubt an Zufall.


So manche E-Mail
liest sich schöner ausgedruckt
und auch im Mondschein.


Zärtliche Blicke
zum sanften Druck der Hände.
Wozu noch reden.


Der Augenaufschlag,
er zeigt Anmut und Klugheit
zu gleichen Teilen.


Spiegelglattes Meer.
Und inmitten der Bläue
das Pupillenschiff.


Heut wird die Rose
vom Wind gar so stark geküsst.
So fällt auch ihr Kleid.


Offenes Fenster.
Ein Frosch quakt sein Liebeslied
zu Discomusik.


Gereifter Sommer.
Die Luft flimmert nicht mehr so
und das Herz auch nicht.


Auf der Ofenbank
sanft eine Hand berühren,
bringt zweifach Wärme.


Wie angespannt sind
die Saiten des Klavieres,
wie gelöst der Klang.


Das Saxophon lockt
gleich mit seinen Herztönen,
und so tanzt du mit.


Gershwinrhapsodie
dringt bis in den Garten vor.
Buschröschen tanzen.


Zwei Rosenblüten,
Geisha wie auch Samurai,
aus nur einem Stamm.


Laut schreit die Elster,
als ob sie meinen Trauring
gefunden hätte.


Ohrenbetäubend
der Lärm der Großstadt, dennoch
tief drin ist Stille.


Gehen und denken,
gehen, denken und sprechen ...
... im gleichen Rhythmus.
 

 

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