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Pressestimmen
Mein Journal, Januar 2008:
 http://www.meinjournal.de/kultur/buch-wahre-liebe.html
Frankfurter Rundschau, 16. Dezember 2008:

Frankfurter Neue Presse, 9. Oktober 2008: Das Internet als Droge – Büdinger schreibt über seine Chat-Sucht Büdingen. Wie viele Freunde braucht ein Mensch? Jochen Dech hat nach derart vielen gesucht, dass ihn dieses Verlangen in die Abhängigkeit stürzte. «Auf dem Tiefpunkt hatte ich alles verloren», sagt der 41-Jährige aus Büdingen. «Geld, Familie, Arbeit. Es fehlte nur eine Winzigkeit, und ich hätte unter Brücken schlafen müssen.» Jochen Dech war chatabhängig. Abhängig von jener Form der Kommunikation, die sich gleich einer Pandemie über die heimischen Computer fortpflanzt. Jugendliche wachsen damit auf wie Generationen vor ihnen mit dem Briefeschreiben oder durch den Minutentakt limitierte Telefonate. «Nichts mehr ist mir fremd», gesteht Jochen Dech. Es zeugt von Mut, dass Dech nicht nur offen über seine vormalige Sucht spricht, sondern sie zugleich in dem Buch «Suche: Wahre Liebe Biete: Nichts als Ärger» verarbeitet hat («80 Prozent von dem Geschriebenen sind authentisch»). Seine Familie stehe zwiespältig zu der Veröffentlichung, sein Ältester habe gefragt: «Und das hast du wirklich alles gemacht?» Eine Begegnung die ihm deutlich vor Augen führt: «Die Zeit, die ich vergeudet habe, die ich hätte mit meiner Familie verbringen können, gibt mir keiner zurück.» Worüber sich Dech allerdings immer noch nicht klar ist: Wie konnte gerade ihn, der sich als bodenständig bezeichnet, diese Sucht vereinnahmen? Wobei es vielen Unbeteiligten schwer fällt die Kommunikation im Netz überhaupt mit Sucht in Verbindung zu bringen. «Das ist wie beim Alkohol. Der Trinker, der jeden Morgen sein Bier braucht. Wenn ich bis 3 Uhr gechattet habe, musste ich gleich morgens um 7 Uhr an den Computer eilen, um zu schauen, ob neue Nachrichten eingetroffen sind.» Ein bodenständiger Lebenslauf, nicht alltäglich, durchaus von Willen geprägt. Geboren ist Dech in Gedern, wuchs in Wallernhausen auf, heiratete jung, bekam schnell Kinder, zog nach Büdingen. Ausgebildeter Industriemechaniker, lernte Versicherungskaufmann, arbeitete bei der Sparkasse, ist mittlerweile, nach der Krise, bei einer Versicherung untergekommen. Seine große Liebe galt seit jeher dem Gitarrenspiel, er war Mitglied mehrerer Bands, gewann 2001 sogar einen überregionalen Wettbewerb. «Musik ist ein schlechter Brötchengeber», erkannte er und entschloss sich für die sicherere, bürgerliche Seite. Der Vater ist ein guter Gitarrist, die Mutter Orgellehrerin. Darauf führt er die ihm inne wohnende Kreativität zurück, die ihn zum Schreiben verhalf. 2004 brachte ihn ein Bekannter auf die Idee mit den Chat-Börsen. In seinem Buch ist das gut nachzulesen, sind die Mechanismen, die in die Abhängigkeit führen, authentisch nachzuspüren. In der Ehe ist eine gewisse Müdigkeit eingekehrt, wenn nicht gar Überdruss. «Der Chat», sagt Dech, «ist das ideale Medium für eher introvertierte Menschen. Man schreibt auf einmal Dinge, die man real nie und nimmer von sich geben würde.» Die Schnelligkeit des Mediums beschleunigt die Sucht. «Man verliert irgendwann jegliche Scheu, man ist nur noch auf Kontakte aus. Der Frust steigt, wenn es nicht genug, nicht genug neue Kontakte gibt.» Folglich kurbelt man an den Umdrehungen. «Zum Höhepunkt meiner Chat-Zeit war ich mit acht unterschiedlichen Profilen unterwegs.» Sozusagen für jeden Geschmack etwas. Außerdem schreibt er sich eine gewisse «Professionalität» zu. «Sie glauben nicht, was Frauen mir teilweise für Fotos zugesendet haben.» Beziehungen, die er bei Bedarf in den Orkus klickt. Kontakte, die zu einem großen Teil auf Lügen basieren. Häufigste Lüge: «Die meisten sind überhaupt keine Singles, so wie sie vorgeben.» Lüge zwei: «Besteht eine gewisse Sympathie zu einem Chat-Partner und bringt eine unbedachte Bemerkung den Kontakt in Gefahr, loggt man sich unter einem anderen Pseudonym ein und weiß, auf was man nun achten muss.» Lüge drei, vielleicht die schmerzlichste: Gegenüber der eigenen Familie die Vorwände, warum er nächtelang vor dem Computer verbrachte: «Es war ein seltsames Gefühl, wenn man seine Kinder belog, um etwas für sich vermeintlich Wichtigeres zu erledigen», steht im Buch. Schließlich der erste Telefonkontakt («Ich musste nicht ganz bei Sinnen sein»), das erste Treffen. Enttäuschung, die Jagd nach weiteren Partnern, sexuelle Begegnungen, ein Ende ist nicht in Sicht («Man ist nie zufrieden, hat immer das Gefühl, es kommt noch etwas Besseres»). Wie getrieben hetzt Dech von einem Date zum anderen, den Laptop auf dem Beifahrersitz zwecks schneller Befriedigung. «Schließlich lebt man nur noch das Leben anderer, hört deren Probleme, vergisst dabei die eigenen.» Die Beziehung zerbricht, Verlust des Arbeitsplatzes wegen mangelnder Leistung. Eine Stalkerin verfolgt seine Frau. Er wirft in seinem Frust Flaschen an die Wand. Durch eine glückliche Fügung lernt er eine Frau kennen, die ihm aus dem Sumpf hilft. Von einem Moment auf den anderen löscht er alle Profile, verbringt fünf einsame Tage, steigt noch mal kurz «und aggressiv» ein, in dem er sich als Frau ausgibt, um virtuell die Wünsche von Männern zu befriedigen, befreit sich endgültig. «Ich glaube das Internet legt die Bedürfnisse der Menschen offen. Nur: gäbe es das Internet nicht, würden diese Bedürfnisse wahrscheinlich nicht zu Tage treten.» Ob er die Sucht endgültig überwunden habe? Selbst bei dieser Frage scheint Jochen Dech mutig offen: «Auch der ehemalige Alkoholiker sagt: Eigentlich bin ich trocken…eigentlich…»
www.rhein-main.net 22. Oktober 2008: Wie viele Freunde braucht ein Mensch? Jochen Dech hat nach derart vielen gesucht, dass ihn dieses Verlangen in die Abhängigkeit stürzte. «Auf dem Tiefpunkt hatte ich alles verloren», sagt der 41-Jährige aus Büdingen. Link
Märkische Allgemeine Zeitung, 11./12. Oktober 2008: Er ist Banker, spielt Gitarre, hat zwei nette Kinder und eine Frau die ihn nervt. Da kommt der Freund gerade recht, der ihn in die Kunst des Chats einweist.
Büdinger Kreis-Anzeiger, 13. September 2008: “Man lebt nur noch das Leben anderer” Jochen Dech schreibt ein Buch über die Sucht nach Chatten.
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