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24.04.2012 

 

 

 TRIGA - Der Verlag Gerlinde Heß

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Christoph Riemer / Benedikt Sturzenhecker:
Das Eigene entfalten
 

 

Inhalt

Die Vorstellung dieser Arbeit vermittelt wichtige praktische Anstöße, die für die eigene Kulturarbeit und schöpferische Selbstentfaltung genutzt werden können. Theoretische Analysen werden verbunden mit konkreten Hinweisen, Spielregeln und Anleitungen, die motivieren, die eigene Gestaltungskraft zu entwickeln und auch andere dazu anregen. Das Buch ermutigt, das Eigene zu entfalten: d. h., seinen eigenen gestalterischen Potentialen zu vertrauen und zu wagen, sie in eine Form zu bringen. Wie man in eine solche Bewegung kommen kann, zeigt dieses Buch. Es fordert auf, eigene kreative Fähigkeiten zu entwickeln, d. h. auch, sie an Ansprüchen zu schulen und zu klären.

Die Anregungen zur ästhetischen Bildung, die in diesem Buch gegeben werden, kommen aus der Arbeit Christoph Riemers, dem künstlerischen Leiter dieses Programmbereiches am Burckhardthaus, dem bundeszentralen Fort- und Weiterbildungsinstitut für Jugend-, Kultur- und Sozialarbeit der evangelischen Kirche Deutschlands in Gelnhausen. Christoph Riemer hat hier in jahrelanger Arbeit vielerlei Möglichkeiten der Anregung und Qualifizierung von Jugendkulturarbeit, Bibliodrama, Arbeit mit Masken, Playing Arts und gestalterischem Selbstausdruck entwickelt und erprobt.
 

Vorwort von Peter Musall, Leiter des Burckhardthauses Gelnhausen

In diesem Buch finden Sie die Ergebnisse der Arbeit von Christoph Riemer im Bereich ästhetischer Bildung/Jugendkulturarbeit am Burckhardthaus, dem bundeszentralen evangelischen Fort- und Weiterbildungsinstitut für Jugend-, Kultur- und Sozialarbeit in Gelnhausen. Für das Burckhardthaus ist die ästhetische Bildung/Jugendkulturarbeit ein zentrales Element unseres Angebotes. Unsere Arbeit in Spiel- und Theaterpädagogik, in Maskenarbeit, Bibliodrama, freier Kunst und im Bereich Kunst und Religion bietet wichtige Qualifikationen für haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Jugend- und Sozialarbeit gerade auch aus dem kirchlichen Bereich.

Professionell in der sozialen Arbeit Tätige haben die Aufgabe, einen “Ort” als soziale und räumliche Situation zu gestalten, die einerseits Menschen beheimatet und ihnen andererseits auch Öffnung zum Anderen, Neuen, Fremden ermöglicht. So auch die ästhetische Bildung: Sie klärt und entwickelt das Eigene und tritt in Kontakt zum Fremden. Sie macht Differenz gemeinsam gestaltbar und erlebbar.

Die Kunst und die kulturelle Bildung setzen in der Jugend- und Sozialarbeit auf das “Subjekt”; es geht darum, bei den Teilnehmenden Individualität und Sozialität zu stärken. Die in den Künsten zentralen Komponenten bewusster Wahrnehmung, kreativer Gestaltung, Selbsterkenntnis und Selbstentwicklung sind auch wichtige Fähigkeiten von Menschen, die in einer wandlungsschnellen Gesellschaft nun erst recht die Kompetenz von Professionellen, die Entwicklung der Subjekte, in dieser Situation unterstützen wollen.

Das Burckhardthaus als evangelisches Fort- und Weiterbildungsinstitut braucht Kultur und Kunst. Gerade die aktuelle Moderne greift Themen wie Spiritualität, moralisches Handeln, Gottessuche, Verständigung über Trennendes hinweg, Schuld und Verzeihung, Verantwortung usw. auf.

Eine Kirche, die sich weiterentwickelt, erhält im Kontakt mit den Künsten bedeutende Impulse für einen zeitgemäßen Ausdruck lebendigen Glaubens und religiöser Suche.

So bietet Ihnen dieses Buch vielerlei Anregungen zur ästhetischen Bildung, die Sie für Ihre persönliche, professionelle und religiöse Weiterentwicklung nutzen können. Nur eins ist noch besser als dieses Buch: die konkrete Erfahrung unserer Arbeit im Bereich ästhetischer Bildung des Burckhardthauses. Ich würde mich also freuen, Sie demnächst auch als Gast in unserem Haus begrüßen zu dürfen.

 

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Autorenporträt
 

 

Christoph Riemer

Christoph Riemer, geboren 1949, Studium der Jugend- und Erwachsenenbildung, Autodidakt, freischaffend künstlerisch tätig zu den Themen Maske zwischen Objekt und Performance, gestisches Zeichnen, Fotografie und Kunstaktionen sowie als Autor. Neben Lehraufträgen und freien Referententätigkeiten seit 1990 künstlerischer Leiter des Programmbereiches kulturelle Bildung im Burckhardthaus Gelnhausen.
 

Benedikt Sturzenhecker

Dr. Benedikt Sturzenhecker, geboren 1958, Dr. phil., Dipl. Pädagoge, Supervisor (DGSv); Referent für Jugend- und Jugendkulturarbeit beim Landesjugendamt Westfalen-Lippe; langjährige Ausbildung in „Bewegung und Klang“ bei Katya Delakova und Moshe Budmor; Kooperationen mit Christoph Riemer zu Maskenperformances und ästhetischer Bildung; seit 1997 Vorstand des Künstlerprojektes und der Galerie „Artists Unlimited“ in Bielefeld.

 

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Presseinfo

Das Buch beschreibt die Arbeit im Programmbereich ästhetische Bildung und Jugendkulturarbeit am Burckhardthaus und gibt Anregungen für die ästhetische Bildung Einzelner und für die Praxis der kulturellen Jugendarbeit. Deshalb werden theoretische Analysen verbunden mit konkreten Anstößen, wie eigenständige, ästhetische Bildung und Gestaltung möglich werden kann. Ergänzt wird dies durch Beispiele in Text und Bild, die motivierend zeigen, wie weit solche Arbeit reichen kann. Das Buch gibt also Anleitung und Motivation, eigenständig die eigene Kreativität und Gestaltungskraft zu entfalten. Diese am Burckhardthaus erprobten, vermittelten und hier vorgestellten Arbeitsweisen sind richtungsweisend für die Zukunft der Jugend- und Kulturarbeit. Für diese Praxis geben sie wichtige Anstöße und Anregungen.

Das Buch hat vier Teile. In den ersten drei Teilen wird die Praxis beschrieben, im vierten Teil wird sie theoretisch untermauert. Die ersten drei Teile bauen aufeinander auf, sind aber auch einzeln zu lesen.

1.Teil: Kunst und Spiel

Aus Kunstwerken Impulse und Regeln für eigene Kreativität ableiten, selber ins Spiel kommen und Bezüge stellen.

2.Teil: Erfinden und Erforschen der eigenen Spiel-Spuren

Quasi ethnologisch und sozioarchäologisch wird das individuelle Spiel gestaltend freigelegt und erfindend weiterentwickelt. Aus Impulsen entstehen ganz eigene Spielbewegungen.

3.Teil: Sommeratelier: Das innere Bild entfalten

In Auseinandersetzung mit den eigenen inneren Bildern und Gestaltungsspielen entstehen eigenständige ästhetische Produkte. Solche Selbst-Bildung wird angeregt und erweitert durch Künstlerbegegnungen und Ateliergespräche und führt zu einzigartigen kreativen Prozessen und Ergebnissen.

Drei Schritte und Anregungen zur Entwicklung eigenständig ästhetisch gestalterischer Entfaltung, dreimal Methoden, Arbeitshilfen und Anstöße, selbst ins Spiel zu kommen, dreimal Ermutigung und Befähigung, eigene gestalterische Unsicherheiten und Selbstbehinderungen zu überwinden und sich nicht an Vorgegebenes zu klammern, sondern kreativ Eigenes zu entfalten.

Jedes der drei Kapitel enthält Analysen zum besseren Verständnis und zur Erweiterung kreativer Prozesse. Jeweils werden methodische Anregungen gegeben, die man als Anstoß aufnehmen, umsetzen und wandeln kann. Es werden Beispiele in Wort und Bild gezeigt, zu welch qualifizierten und befriedigenden Prozessen und Produkten man selbst durch solche Handlungsweisen gelangen kann. Ästhetische Bildung wird so praxisrelevant vermittelt für eigene gestalterische Weiterentwicklung, sowie für die kulturpädagogische und jugendarbeiterische Unterstützung solcher Prozesse bei anderen.

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Kapitel eins beginnt bei stark regelhaften Vorgaben, die aus Kunstwerken abgeleitet werden und erste Schritte ästhetisch eigenständiger Produkte anregen. Das zweite Kapitel erweitert mit seinen Methoden und Beispielen die Eigenständigkeit der ästhetischen Arbeitsweisen. Hier geht es darum, die eigene Spielgeschichte, das eigene Spielverständnis zu erfinden und diese spielend zu gestalten, dass neue schöpferische Möglichkeiten für die Person (oder die Jugendarbeit) entstehen können. Im dritten Absatz zum Sommeratelier schließlich geht es um die Ermöglichung weitestgehender Eigenständigkeit in gestalterischer Produktion und kulturellen Spielen. Auch hier wird gezeigt, wie in einer solchen Situation starke Potentiale ästhetischer Gestaltung der einzelnen Personen freigesetzt werden können.

In einem vierten Kapitel beschreiben Wissenschaftler, die auch selbst an der Praxis der Jugendkulturarbeit und ästhetischen Bildung des Burckhardthauses teilnehmen und auch in anderen Feldern praktisch tätig sind, das theoretische Feld zum Thema Spiel, ästhetische Bildung, Schöpfung und schöpferisch sein, Wahrnehmung usw. Mit diesen Aufsätzen werden die vorher gegebenen Praxisanstöße theoretisch untermauert und erweitert.

Insgesamt ist das Buch ein praktischer Anstoß zur eigenen Arbeit, für die in ästhetischer Gestaltung und Spiel, für die eigene Person und für die Jugendkulturarbeit. Es motiviert, das Eigene zu erfahren.

Gliederung:

1.Teil Christoph Riemer: Kunst und Spiel
2.Teil Christoph Riemer: Erfinden und erforschen der eigenen Spiel-Spur
3.Teil Dr. Benedikt Sturzenhecker: Das innere Bild entfalten
4.Teil Prof. Dr. Gerhard Marcel Martin: Schöpfung und schöpferisch sein
     Prof. Dr. Hanne Seitz: Wahrnehmung – Falschnehmung
     Prof. Dr. Anna Dorothea Brockmann: Wo Muße und Einfalt sich umarmen
     Prof. Dr. Rudolf zur Lippe: Spiel und Bildung
     Dr. Rainer Buland: Spiele der Gestaltung und ihr unergründliches Geheimnis

 

 

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Pressestimmen

„Unsere Jugend”, 52. Jahrgang:

Das Buch ist eine wichtige und hilfreiche Anregung für die Praxis der (Jugend-)Kulturarbeit, gerade weil es nicht nur berichtet und anleitet, sondern auch begrifflich analysiert und verständlich macht, was in ästhetischer Selbstbildung geschieht und warum diese „Wirkungen” so wertvoll sind.
 

TextRaum, Mai 2000:

... Gleichzeitig macht das Buch Mut zu einer erwachsenenbildnerischen Praxis, die der begleiteten kreativen Einzelarbeit weiten Raum gibt ...
 

Sozialmagazin, Juli/August 2000:

... Das Buch ist eine wichtige und hilfreiche Anregung für die Praxis der

(Jugend-)Kulturarbeit, gerade weil es nicht nur berichtet und anleitet, sondern auch begrifflich analysiert und verständlich macht, was in ästhetischer Selbstbildung geschieht und warum diese „Wirkungen” so wertvoll sind ...
 

Unsere Jugend, Dezember 2000:

...Im ersten Teil werden von Riemer und Sturzenhecker typische Arbeitsweisen vorgestellt, begründet und reflektiert. Der zweite Teil ist eine Umrahmung oder Ergänzung dieser Praxis:
Renommierte Autorinnen und Autoren liefern begriffliche (aber auch erlebnishafte) Angebote zur Reflexion, Legitimation und Gestaltung ästhetischer Bildung. Diese Texte können helfen, auch eigene Praxis besser zu verstehen und sie anderen erklären zu können...

 

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